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Derzeitiger Stand in Phi Phi, traurig, aber wahr

Aktueller Artikel der unabhängigen Bangkoker Zeitung "The Nation" [12.11.05]

Paradies ohne Zukunft: Ausländische Touristen kehren zurück, doch Kho Phi Phi bleibt ein Scherbenhaufen

Mehr als elf Monate sind nun nach dem Tsunami Albtraum vergangen und die Insel Kho Phi Phi bleibt immer noch als ein Bild der Verwüstung zurück. Trotzdem zieht es immer mehr Touristen zur Hochsaison wieder hierher. Lee Srisangad, der Koordinator von Help International Phi Phi (Hi Phi Phi), teilte mit, die lokalen Geldgeber, denen Hotels und Ähnliches auf Phi Phi gehörten, seien aufgeschmissen und nicht in der Lage, ihre Besitztümer wieder aufzubauen, da sie immer noch auf einen neuen Stadtplan warteten, der von Dasta (Designated Areas for Sustainable Tourism Administration) veröffentlicht werden sollte.

Der im Januar dieses Jahres begonnene Plan hatte schon zwei öffentliche Anhörungen überstanden, trotz allem gibt es immer noch Unstimmigkeiten zwischen den Bewohnern der Insel und der zentralen Regierung. Mit einem Plan, dessen Übereinkunft man sich nicht gewiss ist, seien alle anderen Vorhaben, Phi Phi wieder aufzubauen, aufgehoben, so Lee. Die Regierung verlangte, dass Strom und Wasser wieder für jeden zugänglich seien, doch niemand kann auf der Insel auch nur irgendetwas reparieren, solange der Plan nicht fertig gestellt ist. „Wir mussten uns selbst helfen, Strom und das Wassersystem wieder in Betrieb zu nehmen und ebenso einige andere Einrichtungen.“, erklärt er.

Das Frühwarnsystem, welches für das Vertrauen der Besucher der Insel als absolute erste Priorität eingestuft wurde, liegt immer noch still und wird manuell bedient; schließlich ist es eines der ältesten Systeme dieser Art, die es heute noch gibt und wurde damals von Großbritannien gespendet.

„Nach der Meinungsverschiedenheit zwischen den Menschen auf Kho Phi Phi und Dasta hat die Regierung einfach vergessen, dass die Insel wieder aufgebaut werden muss.“, meint Lee.

Rachane Vithesvitanusart, Berater des PP Princess Hotels, sagt, sein Hotel sei vom Tsunami zerstört worden und hätte eine 500 Millionen Bt hohe Rechnung für den Wiederaufbau hinterlassen. Doch die Firma könne bis jetzt keine der Hauptarbeiten des Wiederaufbaus unternehmen, da sie immer noch auf den Stadtplan warte.

„Würden wir uns entscheiden, genau jetzt wiederaufzubauen, könnte es passieren, dass das, was wir bauen, nicht in Phi Phis neuen Stadtplan passt und dann müssten wir rechnen, eventuell unsere Investition zu verlieren – also trauen wir uns natürlich nicht, jetzt wieder sofort alles komplett zu errichten.“, erklärt Rachane.

Er hat jedoch von den anfangs 200 Zimmern schon 46 fertig und ist schon jetzt völlig ausgebucht. Im Moment hat Kho Phi Phi nur 1500 freie Zimmer und somit ungefähr die Hälfte von dem, was vor dem Tsunami letzten Jahres noch angeboten wurde.

Prumjai Panchan, der ein kleines thailändisches Restaurant gehörte, welches vom Tsunami ausradiert wurde, berichtet, die Regierung habe ihr anfänglich 20000 Bt (ca. 400 Euro) gegeben und sie warte seitdem auf mehr Geldmittel, um ihr Restaurant wieder zu errichten.

Sie sagt auch, dass sie sehr zögerte, mit der Neuerrichtung zu beginnen, da immer noch großer Zweifel herrscht, was den neuen Stadtplan betrifft. „Aber auf die Regierung konnten wir nicht warten, schließlich muss ich ja irgendwie arbeiten, damit ich überhaupt überleben kann.“Nach einigen Monaten, die sie durch die Vorhölle gegangen war, hatte sich Prumjai im August dazu entschieden, ihr Restaurant nun dadurch wieder aufzubauen, indem sie sich Geld von Micro Credit, einer Kreditvereinigung, die in Schweden gegründet worden war, welches sich vor allem damit beschäftigte, ob sie irgendwo jemandem, den es besonders hart vom Tsunami getroffen hatte, helfen konnten, lieh.

„Im Oktober war mein Restaurant wieder fertig und jetzt kann ich es die Hochsaison hindurch öffnen, die ja bis April nächsten Jahres geht. Hätte ich auf die Regierung gewartet, wäre ich vermutlich verhungert. Und von einer thailändischen Bank konnte ich mir kein Geld leihen, denn sie waren der Meinung, dass dies zu riskant sei. Ausländische Geldmittel gaben mir jedoch die Chance, ganz einfach einen Kredit aufzunehmen. Es herrscht ein großer Unterschied zwischen dem, wie die thailändische Bank, größtenteils von der Regierung geleitet, einen behandelt, und, wie Ausländer sich ein Bild machen, ob ein Geschäft eine Chance verdient oder nicht.“, sagt sie.

Nun besuchen etwa 1000 Touristen täglich Kho Phi Phi, doch mindestens die Hälfte von ihnen sind nur zu Tagesausflügen dort, da es keine freien Hotels mehr gibt und generell nur sehr wenige sonstige Einrichtungen, die noch frei sind.

Der Präsident der Touristenvereinigung in Krabi, Ithilit Kinglak, erklärt, dass die Vereinigung lange versucht habe, die Verzögerungen mit der Kommunalverwaltung zu diskutieren, doch es kamen umso längere Verzögerungen hinzu, als sie sich dafür einsetzten, dass die zentrale Regierung schnell Geldmittel freigeben sollte.

Die Regierung jedoch möchte in diesem Monat noch eine Gedenkstätte für die Opfer des Tsunamis errichten und ist felsenfest davon überzeugt, dass sie fertig gestellt sein wird, ehe der Jahrestag der Tragödie vorüber gegangen ist. Im letzten Jahr zerstörte der Tsunami am 26. Dezember sechs südliche Provinzen. Ithilit ist der Meinung, dass die Gedenkstätte die erste wirkliche Errichtung seitdem sei.

Krabis Stadthalter Somsak Kittithanakul bemerkt, dass die Regierung ein Budget von 623 Millionen Bt zum Wiederaufbau von Elektrizität genehmigt habe und außerdem noch 166 Millionen für die Wasserzufuhr bereitstelle, doch die Kommunalverwaltung könne das Geld jetzt nicht freigeben, denn sie müsse auf den neuen Stadtplan von Dasta warten.

„Wir haben ein Budget für die notwendigen Infrastrukturen auf Kho Phi Phi, aber wir können einfach überhaupt nichts anfangen, ehe der Plan nicht komplett ist.“, erläutert er. Somsak meint auch, dass die Kommunalverwaltung vorhabe, bis Ende des Monats zwei neue Frühwarnsysteme auf der Insel zu errichten.

„Wir versuchen uns zu erholen, aber es dauert seine Zeit, denn die Probleme können alle nicht von uns, sondern nur an anderer Stelle gelöst werden.“



Somluck Srimalee

The Nation
Veröffentlicht am 12. November 2005 Krabi
Übersetzung von Victoria Patting/Translation by Victoria Patting/

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Weitere Infos unter http://nationmultimedia.com/2005/11/12/headlines/index.php?news=headlines_19137910.html