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Zwischen Gestern und Morgen

Aktueller Artikel aus der "Welt" [04.10.05]

Ko Phi Phi und Khao Lak - Namen, die sich früher nach Taucherparadiesen und Sandstränden unter Palmen anhörten, klingen heute nach Tod. Die meisten der 5000 Menschen, die in Thailand ums Leben kamen, starben hier. Die Hälfte davon Touristen.

Die weltbekannte Ton-Sai-Bucht auf Ko Phi Phi Don zum Beispiel wurde vielen Tagesausflüglern zum Verhängnis. Wie zwei Mondsicheln schmiegen sich die breiten, weißen Sandstrände Rücken an Rücken aneinander. Himmelblau ist das Wasser, das sie umgibt. Schnorchler und Taucher kamen wegen der vielen Fische hier, die allesamt aussehen, wie der Phantasie eines eigenwilligen, aber farbenfrohen Künstlers entsprungen. Kaum vorstellbar, daß dieses Paradies ein Massengrab wurde. Die Wellen trafen die Doppelbucht von beiden Seiten, einmal zehn und einmal vier Meter hoch. Von den Bungalow-Siedlungen auf dem schmalen Landstreifen ließen sie nichts übrig. Angeblich soll ein halbes Dorf vor der Bucht im Wasser liegen. Schon vor Monaten hat man aufgehört, hier nach Toten zu tauchen. Die Strömung habe sie längst in die Weite des Meeres getragen, sagt ein Einheimischer. Urlaubsstimmung mag angesichts seiner Worte nicht entstehen. Und dennoch liegen auf der Terrasse eines Hotels, dessen erste Etage noch völlig zerstört ist, Touristen in der Sonne. Auch dies ein Bild, das nur bei Fremden gemischte Gefühle weckt. Sie entstehen zwangsläufig, wenn Menschen nach einer Katastrophe versuchen, wieder ein normales Leben zu führen.

Dies ist nur ein Auszug/ Quelle: http://www.welt.de/data/2005/10/01/782730.html << zurück